Fire OS kommt als Smart TV-System auf TV-Geräte

Fire OS kommt als Smart TV-System auf TV-Geräte

Fire OS hat sich auf dem Fire TV und dem Fire TV Stick als gutes und vor allem performantes System bewährt, mit dem man bequemen Zugang zu den verschiedenen Inhalten bekommt. Jetzt geht Amazon einen Schritt weiter, denn Fire OS erobert nun TV-Geräte und dient dort ohne Umwege über einen Streaming-Adapter als Smart TV-System. Zu diesem Zweck lizenziert man offenbar Fire OS und bietet es den Geräteherstellern als Smart TV-Lösung an. Der chinesische Hersteller Tongfang, der TV-Geräte unter den Markennamen Seiki, Westinghouse und Element Electronics produziert, hat die ersten Fernseher mit Fire OS auf der CES in Las Vegas präsentiert.

Sprachfernbedienung ist fester Bestandteil

Bei den TV-Geräten, die der chinesische Hersteller auf der CES 2017 in Las Vegas gezeigt hat, handelt es sich ausschließlich um Modelle mit einem 4K Ultra HD-Display, die mit Bildschirmdiagonalen von 43 Zoll, 50 Zoll, 55 Zoll und 65 Zoll erscheinen sollen. Die Fernseher sind für die nötige Performance mit einen Mehrkernprozessor sowie 3 GB Arbeitsspeicher ausgestattet und bringen 16 GB Speicherplatz für Apps mit, denn selbstverständlich lässt sich Fire OS auf dem Fernseher ebenfalls mit zahlreichen Apps erweitern und anpassen. Ein LAN-Anschluss, WLAN und Bluetooth sind natürlich mit an Bord, kennt man ja von aktuellen Smart TVs auch nicht mehr anders. Ausgeliefert werden die LED-Fernseher der drei Marken alle mit einer Sprachfernbedienung, die genau wie die Fire TV-Fernbedienung ein integriertes Mikrofon besitzen. Damit kann man die Sprachsuche bemühen und die Sprachassistentin Alexa nutzen.

Einige Anpassungen für den Einsatz auf TV-Geräten

Die Funktionen eines Fernsehers entscheiden sich natürlich deutlich von denen eines reinen Streaming-Adapters. Dementsprechend wurden von Amazon einige Anpassungen vorgenommen, um dem Funktionsumfang von TV-Geräten gerecht zu werden. Mit Fire OS kann man auf den gezeigten Geräten die einzelnen Signaleingänge auswählen und es gibt auch einen elektronischen Programmführer (EPG), mit dem man sehen kann, was im TV läuft. Die Signaleingänge und die TV-Sender lassen sich natürlich ganz bequem mit Alexa per Sprachbefehl wechseln.

Fire OS kommt als Smart TV-System auf TV-Geräte

US only. Erstmal.

Die auf der CES 2017 vorgestellten TV-Geräte mit Fire OS sind zunächst nur für den US-Markt bestimmt. Da werden Erinnerungen wach, schließlich warten wir hier in Deutschland immer noch auf den neuen Fire TV Stick 2 und Alexa. Ob es irgendwann auch in Deutschland Fernseher mit Fire OS als Smart TV-System geben wird? Nicht ausgeschlossen, dann aber vermutlich bei einem kleineren Hersteller. Die großen Player wie Samsung oder LG versorgen ihre Geräte mit eigenen Lösungen und machen das – zumindest bei den neueren Geräten – auch mittlerweile ganz gut.

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#netflixeverywhere: Netflix gibt es jetzt fast überall

netflixeverywhere

Am Ende der Keynote auf CES 2016 hat Netflix-CEO Reed Hastings die Bombe platzen lassen und unter dem Motto #netflixeverywhere verkündet, dass der VoD-Dienst soeben in 130 weiteren Ländern online gegangen sei und damit sein Verbreitungsgebiet schlagartig erweitert habe. Als die „Geburtsstunde eines neuen globalen Internet-TV-Netzwerks“ bezeichnete der Chef die Ausweitung, die dazu führt, dass Menschen in mehr als 190 Ländern nun die Möglichkeit haben, Filme und Serie mit Netflix zu streamen. In vielen Ländern werden die Inhalte vorerst in englischer Sprache verfügbar sein, ab sofort stehen aber auch Arabisch, Koreanisch sowie vereinfachtes und traditionelles Chinesisch zur Verfügung und ergänzen die 17 bisher angebotenen Sprachen. China bleibt vorerst der letzte große weiße Fleck auf der Netflix-Landkarte, weil dort eine „intensive Zusammenarbeit“ mit den Behörden notwendig sei. Außerdem kommen Nordkorea, Syrien und die Krim wegen bestehender Sanktionen erstmal nicht in den Genuss des Streamings.

Die Ausweitung auf mehr als 190 Länder bedeutet allerdings nicht, dass alle Inhalte auch zeitgleich global verfügbar sind. Bestens Beispiel hierzulande ist „House of Cards“, die Eigenproduktion ist in Deutschland zunächst exklusiv beim Pay TV-Sender Sky verfügbar und kann erst sechs Monate später bei Netflix abgerufen werden. Diese Zersplitterung der Rechte bezeichnet der Netflix-Chef als „das Erbe“ des Aufbaus, zukünftig wolle man allerdings allen Menschen auf der Welt dieselben Inhalte anbieten und in weltweite Rechte investieren. „Breaking Bad“ und das Spin-Pff „Better Call Saul“ machen dabei den Anfang, die beiden Serien sind in allen 190 Ländern als Erst- oder Zweitverwertung abrufbar.

Netflix gehört mit Sicherheit bei vielen Fire TV- und Fire TV Stick-Besitzern zur Grundausstattung. Eine passende App ist praktisch seit Anfang an in Amazons App-Shop verfügbar. Der erste Monat ist nach wie vor gratis, anschließend kann man ab 9,99 Euro im Monat auf viele Filme und Serien zugreifen. Mittlerweile macht Netflix nicht nur durch seine oftmals herausragenden Eigenproduktionen auf sich aufmerksam, sondern bietet auch einige passende 4K- bzw. Ultra HD-Inhalte für das Fire TV der zweiten Generation an.